Zürich in der Dämmerung

Die Bilder hier sind am 2. Oktober 2012 entstanden. Einfach morgens auf dem Weg zur Arbeit etwas mehr Zeit eingerechnet und mal eben einen Parkplatz angesteuert. Die Kamera und das Stativ hatte ich schon eine ganze Weile im Auto weil ich wusste, dass ich die Bilder irgendwann machen wollte. Allerdings muss man gelegentlich halt etwas Geduld haben. Das Licht muss stimmen, die Wolken sollten nicht einfach ein grauer Deckel sein sondern etwas Struktur bieten und dann benötigt man auch noch die richtige Laune für einen Fotostopp. Mir jedenfalls geht es normalerweise so. Ich kann nicht fotografieren wenn ich die nötige Ruhe nicht habe.

Alle Bilder habe ich mit verschiedenen Belichtungen erstellt und mich jetzt gerade gefragt was denn eigentlich in dem Zusammenhang „richtig“ ist? Aber ich glaube es spielt vor allem auch eine Rolle was man denn eigentlich zeigen will? Oder noch besser: Was dem Fotografen gefällt? Ist es nicht eigentlich egal was als Richtig oder Schön gilt? Ich glaube es ist eigentlich so: Richtig und schön ist ein Bild wenn man es selber schön findet oder?

Advertisements

Zufall…

Was ich heute zu zeigen habe ist fotografisch vielleicht nicht so richtig gut. Dennoch sind die beiden Bilder ziemlich besonders. Das Eine hatte ich im Hinterkopf weil ich es im letzten Sommer am  16.08.2013 während unseres Nordseeurlaubs in Büsum geschossen haben.

Theodor Storm 2

Das Zweite Bild habe ich heute zufällig (!) beim durchschauen alter Bilder entdeckt und bin sofort darauf angesprungen. Entstanden ist es am 28.07.2009 auf Römö. Also rund 4 Jahre früher. Und was ist nun das Spezielle daran?

Theodor Storm 1

Bei genauerer Betrachtung wird klar, dass es sich um ein und den selben Kutter handelt! Vier Jahre später und einige hundert Kilometer weiter südlich! Ich war mir anfänglich nicht ganz sicher aber die verbogene Stufe am hinteren Aufbau auf Höhe des Rettungsringes macht den Zufall meiner Meinung nach ziemlich klar. Leider habe ich vom zweiten Treffen kein Bild des ganzen Kutters, sonst könnte man ihn auf Grund der Nummer am Bug noch deutlicher identifizieren. Aber ich glaube der Fall ist ziemlich klar…

Zufälle gibt es im Leben, die gibt es gar nicht 🙂

Das Glück gehört denen die sich selbst genügen. Denn alle äusseren Quellen des Glückes und Genusses sind ihrer Natur nach höchst unsicher, misslich, vergänglich und dem Zufall unterworfen.
(Arthur Schoppenhauer)

Projekt 100 Strangers

Vor einiger Zeit habe ich mir ein paar Gedanken zum Thema Streetfotografie gemacht. Es ging dort darum welche Bilder „moralisch vertretbar“ sind und welche nicht. Dort habe ich auch versprochen nochmal auf das Thema mit den Portraits zurückzukommen.

Auf Flickr besteht dazu ein spannendes Projekt 100 Strangers. Ziel diese Projektes ist es die fotografischen und sozialen Fähigkeiten der Teilnehmer zu verbessern.

“ The idea: The 100 Strangers project is a learning group intended for those wishing to improve both their social and technical skills needed for taking portraits of strangers and telling their stories. The method is to learn by doing.“

Ausprobiert habe ich es noch nicht aber die Idee finde ich bestechend. Zumal ich im Bereich der Portraitfotografie noch keinerlei Erfahrung habe bin ich noch etwas zurückhaltend in diese Hinsicht. Aber wie heist es so schön in der Gruppenbeschreibung:

“ Step out of your comfort zone and into a new level of portrait photography. Start by taking 100 portraits of people you don’t know, total strangers.“

Ist es nicht tatsächlich so, dass wir gelegentlich aus der eigenen Komfortzone ausbrechen müssen um neues zu entdecken und dabei zu lernen? Und auch wer nicht mitmachen will. Gelegentlich auf der Projekthomepage reinschauen lohnt schon nur wegen den Bildern die dort veröffentlicht werden. Und hin und wieder sind es auch einfach nur die Geschichten der Fotografierten die spannend sind.

Kontrovers diskutiert: Streetfotografie

Ich glaube die Streetfotografie gehört zu den Spielarten der Fotografie die immer wieder zu Diskusionen anregen. Was geht? Was geht nicht? Was ist erlaubt und was vom Gesetzgeber verboten? Ab welchem Punkt verletze ich das Recht am eigenen Bild und wo hat der Fotografierte einfach „Pech“ gehabt?

Kanada_08_0026_a

Auch ich musste für mich versuche diese Frage zu beantworten. Vorallem nachdem ich über die Aufnahmen von Thomas Leuthard gestolpert bin. Das ist jetzt sicher schon ein Jahr her seit ich seine Bilder zum ersten Mal gesehen habe. Anfangs war ich in erste Linie beeindruckt von seinen Aufnahmen. Dann ist mir klar geworden wie seine Bilder entstehen: Im wesentlichen besteht sein Rezept daraus wildfremden Menschen die Kamera ins Gesicht zu halten um ein möglichst grossformatiges Portrait zu erhalten. Nun, die Aufnahmen die er publiziert sind teilweise auch wirklich gut. Dennoch habe ich mich gefragt ob es das sein kann. Ist das tatsächlich Streetfotografie? Bilder von wildfremden Menschen zu machen und diese anschliessend zu veröffentlichen ohne die Betroffenen jemals gefragt zu haben?

Eigentlich ist das nicht in Ordnung. Wenn ich nämlich eh schon vor dem Menschen stehe kann ich ihn doch auch gleich fragen ob ich das Bild behalten darf oder ob ich es löschen soll? Oder noch besser: Ich frage gleich im Voraus. Dazu aber in einem anderen Eintrag dann etwas mehr.

DSC_0419_e

Aber es gibt aus meiner Sicht eine Art „Grauzone“. Menschen die ich so fotografiere, dass sie nicht zu identifizieren sind. Oder wenn Menschen mehr eine Art „Zugemüse“ auf einem Bild darstellen. Dann kann ich dieses Bild aus meiner Sicht auch publizieren. Zum Beispiel kann ich unmöglich eine vielbefahrene Kreuzung fotografieren ohne dabei auch Menschen auf dem Bild zu haben. Ich muss diese sogar auf der Aufnahme haben damit das Bild lebt. Nur sind sie dann relativ klein abgebildet und nicht richtig zu erkennen. Wie hätte ich bei der Aufnahme oben denn alle Menschen fragen sollen ob ich sie ablichten darf? Das geht nicht. Aber eine leere Kreuzung wäre auch etwas langweilig gewesen. Also Aufnahme gemacht und anschliessend an den digitalen Reglern gedreht um Autonummern und Personen einigermassen unkenntlich zu machen.

Vom selben Tag habe ich ein Bild mit einer Joggerin die mir mehr oder weniger vor die Linse gelaufen ist. Im Nachhinein hätte ich sie wohl fragen sollen. Jetzt kann ich das aber nicht mehr und ich habe mich entschieden das Bild hier einzusetzen. Warum? Weil sie nur von hinten zu sehen ist und nur ich weiss wo das Bild genau entstanden ist.

DSC_0406_d

Erste Lektion: Sortieren lohnt sich doch…

Nun, auf meiner Festplatte liegen im Moment genau 103 GByte an Bildern. Oder die sagenhafte Zahl von 31’919 digitale Bilddateien! Ich habe angefangen diese zu durchforsten um zu sehen was da alles liegt und was man vielleicht für den Blog verwenden könnte. Dabei bin ich auf jede Menge Datenmüll gestossen.

Da sind vor langer Zeit Bilder entstanden die ich behalten habe weil ich dachte: „Man weiss ja nie, vielleicht lässt sich daraus ja noch was machen…“ Bei dem einen oder anderen Bild mag das stimmen. Bei den meisten Aufnahmen die nichts geworden sind sehe ich aber auch heute noch nicht was ich damit anstellen könnte.

DSC_0656_a

Was soll ich denn bitte sehr damit anstellen?? Die wenigsten werden erkenne was es überhaupt darstellen soll. Solche Bilder gehören nicht ins Archiv. Solche Bilder gehören gelöscht! Nun denn, ich arbeite dran 🙂

Etwas besser sieht es dann mit der nächsten Aufnahme aus. Bestimmt auch nicht würdig um ins Museum zu gelangen aber doch gut genug damit man die Aufnahme im Archiv liegen lassen kann.

DSC_0647_a