Kontrovers diskutiert: Streetfotografie

Ich glaube die Streetfotografie gehört zu den Spielarten der Fotografie die immer wieder zu Diskusionen anregen. Was geht? Was geht nicht? Was ist erlaubt und was vom Gesetzgeber verboten? Ab welchem Punkt verletze ich das Recht am eigenen Bild und wo hat der Fotografierte einfach „Pech“ gehabt?

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Auch ich musste für mich versuche diese Frage zu beantworten. Vorallem nachdem ich über die Aufnahmen von Thomas Leuthard gestolpert bin. Das ist jetzt sicher schon ein Jahr her seit ich seine Bilder zum ersten Mal gesehen habe. Anfangs war ich in erste Linie beeindruckt von seinen Aufnahmen. Dann ist mir klar geworden wie seine Bilder entstehen: Im wesentlichen besteht sein Rezept daraus wildfremden Menschen die Kamera ins Gesicht zu halten um ein möglichst grossformatiges Portrait zu erhalten. Nun, die Aufnahmen die er publiziert sind teilweise auch wirklich gut. Dennoch habe ich mich gefragt ob es das sein kann. Ist das tatsächlich Streetfotografie? Bilder von wildfremden Menschen zu machen und diese anschliessend zu veröffentlichen ohne die Betroffenen jemals gefragt zu haben?

Eigentlich ist das nicht in Ordnung. Wenn ich nämlich eh schon vor dem Menschen stehe kann ich ihn doch auch gleich fragen ob ich das Bild behalten darf oder ob ich es löschen soll? Oder noch besser: Ich frage gleich im Voraus. Dazu aber in einem anderen Eintrag dann etwas mehr.

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Aber es gibt aus meiner Sicht eine Art „Grauzone“. Menschen die ich so fotografiere, dass sie nicht zu identifizieren sind. Oder wenn Menschen mehr eine Art „Zugemüse“ auf einem Bild darstellen. Dann kann ich dieses Bild aus meiner Sicht auch publizieren. Zum Beispiel kann ich unmöglich eine vielbefahrene Kreuzung fotografieren ohne dabei auch Menschen auf dem Bild zu haben. Ich muss diese sogar auf der Aufnahme haben damit das Bild lebt. Nur sind sie dann relativ klein abgebildet und nicht richtig zu erkennen. Wie hätte ich bei der Aufnahme oben denn alle Menschen fragen sollen ob ich sie ablichten darf? Das geht nicht. Aber eine leere Kreuzung wäre auch etwas langweilig gewesen. Also Aufnahme gemacht und anschliessend an den digitalen Reglern gedreht um Autonummern und Personen einigermassen unkenntlich zu machen.

Vom selben Tag habe ich ein Bild mit einer Joggerin die mir mehr oder weniger vor die Linse gelaufen ist. Im Nachhinein hätte ich sie wohl fragen sollen. Jetzt kann ich das aber nicht mehr und ich habe mich entschieden das Bild hier einzusetzen. Warum? Weil sie nur von hinten zu sehen ist und nur ich weiss wo das Bild genau entstanden ist.

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Erste Lektion: Sortieren lohnt sich doch…

Nun, auf meiner Festplatte liegen im Moment genau 103 GByte an Bildern. Oder die sagenhafte Zahl von 31’919 digitale Bilddateien! Ich habe angefangen diese zu durchforsten um zu sehen was da alles liegt und was man vielleicht für den Blog verwenden könnte. Dabei bin ich auf jede Menge Datenmüll gestossen.

Da sind vor langer Zeit Bilder entstanden die ich behalten habe weil ich dachte: „Man weiss ja nie, vielleicht lässt sich daraus ja noch was machen…“ Bei dem einen oder anderen Bild mag das stimmen. Bei den meisten Aufnahmen die nichts geworden sind sehe ich aber auch heute noch nicht was ich damit anstellen könnte.

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Was soll ich denn bitte sehr damit anstellen?? Die wenigsten werden erkenne was es überhaupt darstellen soll. Solche Bilder gehören nicht ins Archiv. Solche Bilder gehören gelöscht! Nun denn, ich arbeite dran 🙂

Etwas besser sieht es dann mit der nächsten Aufnahme aus. Bestimmt auch nicht würdig um ins Museum zu gelangen aber doch gut genug damit man die Aufnahme im Archiv liegen lassen kann.

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